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My Dresden Diary

Vorweg:
Trampen fetzt! Hätte nicht gedacht, dass das so simpel geht. Einfach Schild malen, an de richtige Autobahnausfahrt stellen und ab die Post. Ist deutlich billiger als die Bahn und entspannter als Mitfahrzentralen. Das letzte Mal Trampen ist bei mir schon ein paar Jahre her - Ende September 2001 in Großbrittanien - und ich hatte arge Probleme, die Worte "hitchhiker" und "highjacker" auseinanderzuhalten.

Aber zu Dresden. Ich wusste nicht, dass die Elbe vorhat überzulaufen, als ich mich auf den Weg nach Sachsen machte. Das machte die Reise allerdings noch etwas abwechslungsreicher.


Tag 1:
Eine Tankstelle in Schöneweide war Startpunkt meiner Fahrt. Es dauerte ca. eine Stunde, bis mich ein Musiker mit seinem Kleinbus mitnahm. Er hatte keine Lust aus Kommunikation, was ich nicht schlimm fand, konnte ich so noch etwas Schlaf nachholen.
In Dresden angekommen, gab ich mir gleich die volle Dosis Touri-Sightseeing: Zwinger, Semperoper, Altmarkt und - na klar - Frauenkirche.

So ein hässliches Ding! Ich bin ja eh nicht so der Barock-Fan, aber das sieht aus wie eine Mischung aus SansSouci und Eurodisney-Dornröschen-Schloss.
Also lieber die angenehmeren Teile der Stadt angucken: Die unzähligen, von Streetart geschmückten Ecken, die ersten überschwemmten Straßen und natürlich die Neustadt.

Das AZ Conni, das eigentlich meine Lecker- Vokü-Abendessen-Station sein sollte, hatte wohl ohne mich kalkuliert, jedenfalls war das Essen schon alle und die Musik auch nicht so mein Geschmack, deshalb endete der Tag relativ früh und ruhig.

(Fotos vom ersten Tag)
(Fortsetzung morgen)
2.4.06 01:19


Tag 2:
Erstmal schnell runter zur Elbe, gucken ob schon alles schwimmt. Leider Fehlanzeige. (Nachrichten zufolge wird erst nächsten Dienstag der Höchststand erreicht)

Also weiter durch die Stadt. Dieses Mal etwas genauer die Neustadt. Dort gibt es den besten Haloumi-Laden überhaupt. (Und ich als Berliner weiss, wovon ich rede.)

Nach dem Touri-Teil gestern,war heute ein bisschen alternative Kultur dran: Also ab ins Kunsthaus Dresden, wo derzeit die Ausstellung Von der Abwesenheit des Lagers Reflexion zeitgenössischer Kunst zur Aktualität des Erinnerns läuft. Diese kleine aber feine Ausstellung hatte ein paar interessante Exponate, unter anderem Horst Hoheisel - Berlin Torlos und Jochen Gerz - 2146 Steine - Mahnmal gegen Rassismus .
Der Tag wurde mit einer Party mit dem skurrilen Namen "Jugendtanz" (kann ich mich damit identifizieren?) in der "Chemo" beendet.
(Fortsetzung folgt)

Ich wurde übrigens den ganzen Tag von kleinen braunen Wesen verfolgt (die sind echt überall):
2.4.06 16:02


Tag 3:
Dieser Tag lässt sich am besten mit folgendem Bild beschreiben.

Ich war froh, dass ich in weiser Voraussicht Wechselsachen mit hatte. Zwischen heftigen Regenschauern kam immer wieder kurz die Sonne raus, und eröffnete mir ein paar flashige Aussichten.
Dresden meets Berlin:

Übrigens hocken an den Elbufern überall Enten rum. Hat nicht z.B. die Flut in New Orleans gezeigt, dass danach immer ein erhöhtes Seuchenrisiko besteht? Warum redet keine_r mehr über die Vogelgrippe?
Das Rücktrampen war noch besser als der Hinweg. Was wünscht man sich mehr als einen Autofahrer, der Sachen sagt wie:
"Hast du was dagegen, wenn ich eine David Bowie-CD reinwerfe?" oder
"Wenn willst kannst du dich bei den Gummi-Bärchen bedienen."
Nicht nur dass er mich vor dem Abendgewitter gerettet hat, er war auch ein interessanter Gesprächspartner.
Dit war mein Dresden-Trip.

P.S.: Danke an meine Gastgeberin.

P.S.: Ich hab leider folgende lustige Aktion verpasst:


P.S.: Grüße an Zahai aus Dresden.
3.4.06 12:05


Unsympathen unter sich:
Um Krishna-Buchverkäufer mache ich immer einen großen Bogen. Ich hab eingesehen, dass Diskussionen sich in diesem Fall nicht lohnen.

Heute wurde ich Zeuge des folgenden Gesprächsfetzen:
Ein Öko-Typ Ende Zwanzig wird von dem Krishna zugequatscht. Er ist widerwillig, will aber seine Ablehnung in etwas Gehaltvolles verpacken, das sieht man ihm an. Also sagt er schließlich: "Aber mal ehrlich. Heutzutage werden doch alle Kriege - wenns nicht ums Öl geht - wegen Religionskonflikten geführt. Nee, sowas kann ich nicht gutheissen."

Bevor der Öko mit den Amis vielleicht auch mit Israel anfängt, bevor der Krishna die Gegenfrage stellt, welche Kriege von Krishna-Anhänger begonnen wurden, bevor der Öko ihm doch noch ein Buch abkauft, ziehe ich lieber Leine, und lese lieber weiter meine Jungle World mit einem sehr interessanten Special...

(Tapete 09:04:06)
6.4.06 20:51


Join the Church of Bert!

"Wichser" & "Arschgesicht". Mit diesen Worten wurde mein gestriger Abend eingeläutet. So glaubte ein S-Bahn-Kontrolletti mich nennen zu müssen, weil ich dem Einstellen meines MP3-Players und dem Suchen meiner Fahrkarte ganze zwei Stationen widmete. Das erzählte mir zumindest meine erstaunte Sitznachbarin. Ich hatte es nicht verstanden, weil meine Musik so laut war.

Guter Einstieg in einen noch besser werdenden Abend.

Die legendären "Bertz Rache" hatten zum Tanz gebeten. Es ist schon eine Weile her, aber es gab eine Zeit, da bin ich regelmäßiger Punk-Konzert-Besucher gewesen. "Bertz Rache" waren damals DIE Fun-Punk-Band aus Berlin. Die coverten im Prinzip die ganze Zeit nur SexPistols- und Sesamstraßensongs, dichteten eigene Texte drüber und trugen das ziemlich charmant vor. Die Zeitspanne zwischen ihren Auftritten hat sich inzwischen auf ca. 4 Jahre ausgeweitet, die Band-Mitgliederzahl um ein Viertel verkleinert. Trotzdem haben sie es noch voll drauf. (Und ich kann noch jeden Song mitsingen.)

"Ich glaub jetzt helfen keine Lichterketten mehr, vielmehr müssen Eisenketten her. Drehn wir gemeinsam den Spieß herum, dann geht die Angst im Fascholager um. Jeder Nazi spendet Blut / ab sieben Lieter ist er gut!"



Wer das wahrscheinlich letzte Konzert für die nächsten 5 Jahre erleben will, sollte unbedingt am 16.04. um 21 Uhr im Zosch (Tucholskistraße 30) aufschlagen.

(Tapete 08:04:05)
8.4.06 13:51


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